Kinostart am 25. Februar 2016
Kino-Termine

Als wir
die zukunft waren

7 Geschichten aus einem verschwundenen Land

Lars Barthel, Gabriele Denecke, Peter Kahane, Thomas Knauf,
Ralf Marschalleck, Hannes Schönemann, Andreas Voigt

Die geschichten

 

 

Der Film ALS WIR DIE ZUKUNFT WAREN ist ein sehr persönlicher. Die Regisseurin Gabriele Denecke und die sechs Regisseure Lars Barthel, Peter Kahane, Thomas Knauf, Ralf Marschalleck, Hannes Schönemann und Andreas Voigt erzählen aus ihrer Kindheit und Jugend in der DDR der 50er und 60er Jahre - 7 GESCHICHTEN AUS EINEM VERSCHWUNDENEN LAND.

In den autobiografischen Episoden werden sie selbst zu Protagonisten. Sie kennen sich aus gemeinsamen Tagen an der Filmhochschule in Potsdam Babelsberg oder den DEFA Studios. Sie bearbeiten Vergangenes - kindlichen Alltag und erste Erfahrungen mit Ängsten und Verlust, sie erzählen von Rebellischem und von Anpassung, von Geborgenheit und Verlassensein, von Zweifel und Glauben, von abwesenden Vätern, von Westpaketen und Grenzen.

ALS WIR DIE ZUKUNFT WAREN ... ist eine Innenansicht der ersten Nachkriegsgeneration der DDR, auf der große Erwartungen lagen. ALS WIR DIE ZUKUNFT WAREN ist als Film 'von' - eine wichtige, eine subjektive Ergänzung zu Filmen 'über' diese Generation.

Wie war es ALS WIR DIE ZUKUNFT WAREN? Poetisch und unterhaltsam wird eine Zeit lebendig, die vergangen ist, ein Land, das verschwunden ist - und doch reicht beides in unsere Gegenwart hinein.


Wie alles anfing (von Barbara Etz)

Es begann im Frühsommer 2013 an unserem Küchentisch auf dem Lande. Bei einem Frühstück mit Lars Barthel und Grete Jentzen, nach einem erfolgreichen ‚Landfilm’-Abend.
Seit vielen Jahren laden Andreas Voigt (Ossi) und ich (Wessi), regelmäßig Dokumentarfilmer in die Uckermark ein, in eine Kneipe in unserem Nachbardorf. Ostfilmer, ehemalige und heutige - Westfilmer, junge und alte. Sie zeigen ihre Arbeiten und danach gibt es aufregende und anregende Diskussionen mit dem Publikum im Saal – das inzwischen auch alle Teile Deutschlands repräsentiert.

Wie so oft, landeten wir auch bei diesem Frühstücksgespräch bei den prägenden Erfahrungen unserer Kinderjahre. „Was wusstet ihr Wessis über uns?“ Wir sprechen über frühe Erlebnisse und Erinnerungen an Westpakete und über symbolische Rituale, wie Fahnenappelle auf dem Schulhof, oder die Kerzen in den Fenstern meiner Kleinstadt - für die Brüder und Schwestern im Osten. Wir sprechen über die Pioniernachmittage, an denen der Kapitalismus verteufelt wurde und die Schreckensvisionen des Kommunismus, die unser Pfarrer sonntags auf seiner Kanzel beschwor.

Wie aber war er nun, der Osten? Was erwartete man von den Kindern und Jugendlichen, deren Leben durch den Mauerbau einen endgültigen Rahmen und eine ideologisch ‚sichere’ Perspektive bekommen sollte? Wir baten Ostkolleginnen und -Kollegen, sich filmisch an wichtige Momente ihrer Kindheit und Jugend zu erinnern.

Im Rahmen der vorhandenen Finanzierung, hatten die Autoren größtmögliche Freiheit bei der Stoffwahl, der erzählerischen und stilistischen Mittel und der Wahl ihres Drehstabs. Ihre Ideen ergaben eine Entwicklungsgeschichte der DDR von der Mitte der 50er bis Ende der 60er Jahre.

Es entstand ein Generationsprojekt. Alle, die wir angesprochen haben, sind heute um die 60. Sie haben gemeinsam an der Filmhochschule in Babelsberg studiert oder später bei der DEFA gearbeitet. Sie haben ihre eigenen künstlerischen Handschriften entwickelt. Die spiegeln sich in ihren Episoden.

Als besondere Herausforderung haben die Regisseure die autobiographische Arbeit empfunden. Es ist ihr Beruf, Lebensgeschichten anderer filmisch zu erzählen. Sich selbst - die Eltern, Geschwister und Großeltern – in den Focus zu nehmen, fällt jedoch ungleich schwerer.

Die sieben subjektiv erzählten Geschichten weisen weit über das eigene Erleben und die eigene Vergangenheit hinaus. Die Filme gewähren Einblick in ihre Familien, in deren Alltag, in deren Krisen. ‚Kultiges’ hat hier ebenso seinen Platz wie historische Augenblicke, die im kollektiven deutschen Gedächtnis gespeichert sind.
Die Zuschauer werden in die Atmosphäre der 50er und 60er Jahre entführt und so eröffnet der Film ihnen Vergleichsmöglichkeiten: gelebte Jugendkultur, die eigenen Träume und Sehnsüchte nach Freiheit in einem autoritären Staat; die Spielmöglichkeiten, die Lust des Aufbegehrens und erfahrene Strafen.

„Die Vergangenheit ist nicht tot. Sie ist nicht einmal vergangen“, dieses Zitat von William Faulkner hat Christa Wolf in ihrem Buch „Kindheitsmuster“ vorangestellt. Je weiter wir uns von diesem Wendepunkt 1989 entfernen, desto nachhaltiger wird das Interesse an der Zeit davor. Bei den Älteren ist es die Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben, bei den Jüngeren die Neugierde auf das Leben der Eltern-Generation, deren Vergangenheit in die Gegenwart der neuen Generation hineinwirkt.

 

 

Regisseure



lars barthel

LARS BARTHEL

Geboren 1953 in Erfurt, nach Abitur und Armeezeit Kamerastudium an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR in Potsdam-Babelsberg von 1978 bis 1980 Kamera-Meisterschüler
1982 verließ er die DDR und ging mit seiner indischen Frau und Tochter nach Indien Nach einem Jahr kehrten sie zurück,
Arbeit als freier Kameramann in Westberlin
Von 1996 bis 1997 Professor an der HFF Potsdam, lehrt an Hochschulen u.a. in Ludwigsburg und Bozen

Filmografie (Auswahl):
2002 Brass On Fire (Kamera)
2004 Estland mon amour
2004 Texas Kabul (Kamera)
2006 Mein Tod ist nicht dein Tod
2009 Ein Traum in Erdbeerfolie (Kamera)
2009 Mein Herz sieht die Welt schwarz - Eine Liebe in Kabul

 

gabriele denecke

GABRIELE DENECKE
Geboren 1952 in Berlin
1971-1976 Regiestudium an der HFF Potsdam-BabeIsberg
1976-1977 Regieassistentin bei Wolfgang Heinz am Deutschen Theater Berlin
1977-1981 Meisterschülerin bei Frank Beyer
1981-1991 Regieassistentin/Regisseurin beim DFF
Seit 1991 freie Autorin und Regisseurin für verschiedene Fernsehanstalten

Filmografie (Auswahl):
1991 Schaflose Tage
1993 Inge, April und Mai
1995 Das siebente Städtchen
1999 Nachdenken über Christa W.
2002 Fluchtpunkt Marienfelde
2005 Ein Tag, ein Jahr, ein Leben
2006 Meines Vaters Land — eine deutsche Familiengeschichte
2013 Der Rauswurf — Bärbel Bohley, Tagebuch einer Unbequemen

PETER KAHANE
Geboren 1949 in Prag. Schule in Berlin, Neu Delhi und Falkenberg/Mark
Studium an der Humboldt-Universität und HFF Potsdam-Babelsberg

Filmografie (Auswahl):
1984 Ete und Ali
1987 Vorspiel
1990 Die Architekten
1992 Cosimas Lexikon
2006 Eine Liebe in Königsberg
2008 Die Rote Zora




THOMAS KNAUF
Geboren 1951 in Halle/Saale
1971-76 Regie-Assistent im DDR-Fernsehen
1980 Regie-Assistent bei lstvan Szabos "Mephisto"
1981-90 Drehbuchautor der DEFA
1990-94 Videoarbeit für Laurie Anderson, Moderator der Sendung ”Cinema then, Cinema now” im New Yorker Kabelsender CUNY-TV, Auslandskorrespondent der Wochenzeitung ‘Freitag’
1995/96 Autor/Regisseur des ORB-Kulturmagazins ‘Querstraße’
2002/08 Drehbuch-Lehrauftrag an der HFF Potsdam, an der Schauspielschule ‘Ernst Busch‘ Berlin und der dffb

Filmografie (Auswahl):
1992 Der Schinkel von Babelsberg
1994 Zurück nach Taree
1995 Shalom Israel
2008 Wir waren so frei
2014 Gespräche um nichts — Jürgen Holtz


 

RALF MARSCHALLECK

RALF MARSCHALLECK

RALF MARSCHALLECK
Geboren 1953 in Weimar/Thüringen, 1975-1980 Studium der Psychologie an der Friedrich-SchilIer-Universität Jena, während des Studiums ExperimentaI-‚ Dokumentar- und Kurzspielfilme im Amateurfilmklub Jena
1981-1986 Regieassistent im Filmstudio der NVA der DDR
seit 1987 erste Regiearbeiten
1989/90 - freiberuflicher Autor und Regisseur im DEFA-Dokumentarfilmstudio
1991 Mitgründer der Autorenfilmproduktion Um Welt Film und des Thüringer Filmbüro e.V.,
seit 2003 Lehre an der Fakultät Medien der Bauhaus Universität Weimar
seit 2009 Leiter des Workshops „Dokumentarfilm“ bei den Film- und Videotagen Rheinland Pfalz
www.umweltfilm.de
www.essadbey-derfilm.de
www.essadbey-thefilm.com

Filmografie (Auswahl)
1990 Streng vertraulich oder die innere Verfassung
1991 Gebrochen Deutsch
1993 Wertwechsel - Jugend in Ostdeutschland
1994 Daniel und die Geister der Makah
1996 Siebenbürgischer Heuweg
2000 Makah - Die den Wal fangen
2002 IAG BARI - Brass on Fire
2014 Die Schmerzen des ESSAD BEY


 



hannes

HANNES SCHÖNEMANN
Geboren 1946 in Lübz/Mecklenburg, Kindheit in Rostock
1969 verschiedene Regieassistenzen bei Spiel und Fernsehfilmen
1975 Delegierung zum Regie-Studium an die Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg
1983 Berufsverbot durch Studioleitung und Ministerium für Staatssicherheit
1984 Inhaftierung und Verurteilung zu 14 Monaten Gefängnis
1985 Freikauf durch die Bundesregierung und Übersiedlung nach Hamburg

Filmografie (Auswahl):
1979 Sonnabend, Sonntag, Montagfrüh
1990 Die Lok hinterm Fliederbaum
1991 Jetzt fahr'n wir über'n See...
1992 Am Öwknick
1993 Goldberger Unruhe (Zast)
1994 Alliierte 1994
1994 Lebendig
1995 Zeitzeuge Stefan Heym
1999 Julias Wahn


 


ANDREAS VOIGT
Geboren 1953 in Eisleben, aufgewachsen in Dessau, Abitur an der ABF in Halle, Physikstudium in Krakau (Polen), Studium der Volkswirtschaft in Berlin
Dramaturg im DEFA-Studio für Dokumentarfilme Berlin
Regiestudium an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg
1987-1991 Regisseur im DEFA-Studio für Dokumentarfilme
Seit der Schließung der DEFA 1991 freischaffend als Regisseur und Autor für Kino und Fernsehen
www.anderas-voigt-film.de

Filmografie (Auswahl):
1986 Alfred
1988 Leute mit Landschaft
1989 Leipzig im Herbst
1995 Mr. Behrmann: Leben Traum Tod
1995 Ostpreußenland
1997 Große weite Welt
2009 24 h Berlin - Ein Tag im Leben
2005 Invisible - Illegal in Europa
2015 Alles andere zeigt die Zeit


Trailer

Als wir die Zukunft waren

Galerie

Der Film unterwegs

Presse

" Die Episoden des Films leben von ihrer höchst unterschiedlichen Gestaltung. Vom strengen Bildkonzept bis zum Einsatz von Animation und gespielten Szenen. Am stärksten geraten sie, wenn sie visuell konzentriert assoziative Freiräume eröffnen und mit dem Wissen des Erwachsenen aus der Perspektive des Kindes erzählen "
"Der Westen war nicht nur das duftende Westpaket, Indianerfilme, Spielzeugpistolen oder Onkel Alfred, sondern ebenso oft der ausgereiste Vater. Der Osten, das waren die Mütter, stark und schön. Manchmal zerbrachen sie daran". Grit Lemke, DOK Leipzig

"Zuständig für den Weltfrieden" titelt Katja Bauer in der Stuttgarter Zeitung.

"Die größte Stärke dieser sieben Erzählungen liegt in deren Einfachheit - erzählt wird aus der Perspektive der Kinder und Jugendlichen... Als Wessi lernt man in diesen 87 Kinominuten einen Menge über Unterschiede, aber auch über Parallelen. Der Film beschäftigt sich mit einer Leerstelle in der öffentlichen Debatte: Die eigene, die individuelle Erinnerung hatte keinen Platz, schon gar nicht gegenüber der Mehrheitsgesellschaft des Westens, da hielt man schon alleine deshalb den Mund, um sich nicht dem Vorwurf aussetzen zu müssen, an der DDR ein gutes Haar zu lassen." Katja Bauer, Stuttgarter Zeitung, 12.12.2015

"Dieser Film aus Filmen weitet sich zur Entwicklungsgeschichte Ost" Tagesspiegel, 25.2.2016

" Es ist ein Film über all die Kleinigkeiten, die Absonderlichkeiten und Normalitäten der DDR, die auch im wiedervereinigten Deutschland sonst viel zu selten erzählt werden." SZ, 25.2.2016

"...ein stimmiges Gesamtkonzept, bei dem "Ostalgie" übrigens ebenso ausbleibt wie DDR-Bashing. Auch das ist selten schön" INDIEKINO, 23.2.2016

" 'Als wir die Zukunft waren' ist ein Film der einen neuen und unverkrampften Blick auf die DDR ermöglicht. … ein Blick zurück ohne Zorn und ein Blick auf Details, die im Westen zumindest niemand bewusst sein dürften." Gießener Anzeiger, 4.3.2016

Credits

ALS WIR DIE ZUKUNFT WAREN
Deutschland 2015 — 87 min — Farbe & schwarz-weiß — dcp & blu ray

Produzentin : Barbara Etz

Koordination : Klaus Schmutzer

Verleih
missingFlLMs —Acrivulis & Severin GbR, Boxhagener Str. 18, 10245 Berlin
Fon +49 (0)30 283 65 30, Mobil +49 (0)177 79 410 79
verleih@missingfilms.de - www.missingfilms.de

Presse
rische & co pr, Claudia Rische, Kottbusser Damm 73, 10967 Berlin
tel +49 (0)30 679 282 69, mail@rische-pr.de - www.rische-pr.de

Episode 1
Buch & Regie: Peter Kahane
Kamera: Andreas Köfer
Schnitt: Gudrun Steinbrück
Ton: Maurice Wilkerling

Episode 2
Buch & Regie: Thomas Knauf
Kamera: Thomas Plenert
Schnitt: Mathieu Honoré
Ton: Max von Werder

Episode 3
Buch & Regie: Andreas Voigt
Kamera: Marcus Lenz
Schnitt: Grete Jentzen
Ton: Uwe Busch

Episode 4
Buch & Regie: Hannes Schönemann
Kamera: Thomas Plenert
Schnitt: Grete Jentzen
Ton: Max von Werder

Episode 5
Buch & Regie: Gabriele Denecke
Kamera: Sebastian Hattop
Schnitt: Pamela Homann
Ton: Thomas Funk

Episode 6
Buch & Regie: Ralf Marschalleck
Kamera: Lars Barthel
Schnitt: Mathieu Honoré
Ton: Nic Nagel

Episode 7
Buch & Regie: Lars Barthel
Kamera: Lars Barthel
Schnitt: Grete Jentzen
Ton: Max von Werder

Konzept
Barbara Etz, Lars Barthel,
Grete Jentzen, Andreas Voigt

Gesamteditor
Grete Jentzen

Komposition
Marcel Noll
Thomas Klemm, Tamas Kahane

MUSIC SUPERVISING
Pia Hoffmann

REDAKTION
Rolf Bergmann (rbb) Heribert Scheiders (MDR)

Produktion
Barbara Etz Filmproduktion
in Koproduktion mit rbb und MDR
Mit Mitteln von BKM, MDM, Nordmedia/NDR, Kulturelle Filmförderung MV, DEFA-Stiftung

Ab dem 25.02.2016 im KINO
ALS WIR DIE ZUKUNFT WAREN - 7 GESCHICHTEN AUS EINEM VERSCHWUNDENEN LAND
Alle Infos unter www.missingfilms.de